Persönlichkeitsstörung

Mit Persönlichkeit bezeichnet man die Gesamtheit aller Eigenschaften und Verhaltensmuster eines Menschen, aber auch einen individuellen Stil mit anderen umzugehen.

Während des gesamten Lebens verändert und entwickelt sich unsere Persönlichkeit. Wesentlich sind dabei neben der genetischen Ausstattung besonders die Lern- und Beziehungserfahrungen  in Kindheit und Jugend. So wird beispielsweise die Ausprägung des Temperaments in hohem Maße als biologisch bedingt und stabil betrachtet. Es beeinflusst aber auch die Wahrnehmung und Interaktion mit der Umwelt, die bei der Persönlichkeitsentwicklung eine zentrale Rolle spielt. Ebenso wird diese Entwicklung aber auch durch unterschiedliches Erziehungsverhalten, (kritische) Lebensereignisse und unterschiedliche Umweltbedingungen (Risikofaktoren / Ressourcen) beeinflusst.

Daraus ergibt sich, dass es für die Ausbildung einer gesunden Persönlichkeit einen großen Normalbereich gibt.

Bei extremen Ausprägungen spricht man von einer Persönlichkeitsstörung

Als Persönlichkeitsstörungen bezeichnet man extreme Ausprägung eines Persönlichkeitsstils mit starrem und unflexiblem Erleben und Verhalten. Hierdurch entsteht häufig starkes subjektives Leid, die Betroffenen geraten immer wieder in Konflikte mit anderen und können gesellschaftliche Erwartungen, aber auch eigene Ziele schlechter erfüllen (z.B. in Ausbildung und Beruf oder in einer Partnerschaft).

Um eine Persönlichkeitsstörung zu diagnostizieren müssen sich die problematischen Persönlichkeitszüge ins Jugend- oder frühe Erwachsenenalter zurückverfolgen lassen, stabil und andauernd sein. Sie dürfen nicht Folge einer anderen psychischen Störung sein oder durch körperliche Erkrankungen oder den Missbrauch von Drogen oder Medikamenten entstanden sein.

Man geht davon aus, dass in Deutschland etwa 8% der Bevölkerung unter einer Persönlichkeitsstörung leiden. Bei Menschen mit anderen psychischen Störungen ist die Häufigkeit deutlich höher (Komorbidität).

Im klinischen Kontext werden die Persönlichkeitsstörungen in drei Hauptgruppen unterteilt. In der Gruppe A fasst man unter den Schlagworten „sonderbar, exzentrisch“ paranoide, schizoide und schizotype Persönlichkeitsstörungen zusammen. Die Hauptgruppe B enthält unter den Schlagworten „dramatisch, emotional, launisch“ die histrionische, die narzisstische, die dissoziale und die Borderline-Persönlichkeitsstörung. In die Hauptgruppe C werden Persönlichkeitsstörungen eingeordnet, die Merkmale aus dem Bereich der Angststörungen aufweisen, wie die selbstunsichere, die abhängige und die zwanghafte Persönlichkeitsstörung.

Persönlichkeitsstörungen sind trotz ihrer oft langandauernden und schweren Symptomatik keine unheilbaren Erkrankungen. Gerade eine Verhaltenstherapie kann dabei helfen, neue Erlebens- und Verhaltensmöglichkeiten zu erkennen und auszuprobieren, um mit dem eigenen Persönlichkeitsstil (selbst-)bewusster umzugehen.